Der Rhein-Lahn-Kreis ist ein 1969 im Rahmen der rheinland-pfälzischen Gebiets- und Verwaltungsreform aus den gleichzeitig aufgelösten Landkreisen Loreleykreis (mit Sitz in Sankt Goarshausen) und Unterlahnkreis (mit Sitz in Diez) neu gebildeter Landkreis im Norden von Rheinland-Pfalz. Er grenzt im Westen an den Rhein-Hunsrück-Kreis, an den Landkreis Mayen-Koblenz und an die kreisfreie Stadt Koblenz, im Norden an den Westerwaldkreis, im Osten und Süden an die hessischen Landkreise Limburg-Weilburg und Rheingau-Taunus-Kreis und im Süden kurz an den Landkreis Mainz-Bingen.
Der Landkreis umfasst einerseits die Landschaft rechts des Mittelrheins zwischen den Städten Kaub und Lahnstein (etwa Strom-km 544–587) und andererseits die Ausläufer des südlichen Westerwalds und des hinteren Taunus, wo er mit etwa 530 m über NN seine größte Höhe (beim Römerkastell Holzhausen an der Haide am „Grauen Kopf“) erreicht. Größter Fluss ist neben dem Rhein, die Lahn, die von Limburg an der Lahn kommend im Nordosten das Kreisgebiet betritt, dann in Richtung Westen den Kreis durchfließt und bei Lahnstein in den Rhein mündet. Für die deutsche Territorialgeschichte bedeutende Siedlungen im Kreisgebiet sind die Städte Nassau und Katzenelnbogen.
Das Gebiet des heutigen Rhein-Lahn-Kreises gehörte im Mittelalter zu großen Teilen zum Herrschaftsbereich der Abtei Prüm und war vor 1800 in viele Herrschaftsgebiete zersplittert.
Die meisten Gebiete wurden 1806 wurde Bestandteil des Herzogtums Nassau Ausgenommen war zunächst das französisch verwaltete Pays Réservé, das im Wesentlichen identisch war mit dem Gebiet der Untergrafschaft Katzenelnbogen. Dieses Gebiet wurde erst nach dem Wiener Kongress nassauisch.
Nassau wurde 1866 von Preußen annektiert und als Regierungsbezirk Wiesbaden Teil der preußischen Provinz Hessen-Nassau. Preußen schuf im Rhein-Lahn-Gebiet mit Wirkung ab 1. April 1886 den Landkreis Sankt Goarshausen und den Unterlahnkreis mit Sitz in Diez.
Nach dem Zweiten Weltkrieg lagen beide Kreise in der Französischen Besatzungszone und wurden so von den Hessen-Nassauischen Verwaltungsstrukturen getrennt. Sie wurden als Teil des neu gebildeten Regierungsbezirks Montabaur dem Land Rheinland-Pfalz zugeschlagen. 1968 wurden sie dem Regierungsbezirk Koblenz zugeordnet. Der Landkreis Sankt Goarshausen wurde 1962 in Loreleykreis umbenannt und bei der Kreisreform 1969 wurden beide Kreise zum neuen Rhein-Lahn-Kreis vereinigt; Kreisstadt wurde Bad Ems.
Im Jahre 1974 wurde dem Kreis die Gemeinde Arzbach aus dem ehemaligen Unterwesterwaldkreis angegliedert, die jedoch bereits zwei Jahre zuvor, 1972, der Verbandsgemeinde Bad Ems zugeordnet worden war.